Alien Introspection – Future of Demonstration

In November 2017 our interdisciplinary research group H.A.U.S. (Humanoids in Architectural and Urban Spaces) worked together wit Laboria Cuboniks (authors of the Xenofeminism-Manifesto) on a heterogeneous performance evening, including Video-Installations, Theatrical AI, Robotics and a Sound Installation. The evening was part of the first edition of the Future of Demonstration, a experimental trans medial Art/Science Festival in Vienna.

Below you can find the Abstract for this evening as well as the HD-Livestream of the event, which was professionally directed and broadcasted live Lesen Sie mehr »

In Allgemein, Performances, Politische Kunst veröffentlicht | Getaggt , , , , , , | Kommentieren

Eine Trilogie zu A.I.

In diesem kurzen Blogpost möchte ich auf zwei publizierte Texte von mir und einem Vortrag hinweisen, die alle drei rund um die Auseinandersetzung mit A.I. – Artificial Intelligence kreisen und die aufeinander aufbauen und nahezu als Trilogie gelesen werden könnten. Alle drei Texte wurden gemeinsam mit Oliver Schürer verfasst und sind Teil einer größeren Forschungsarbeit in der interdisziplinären Forschungsgruppe zu Humanoiden Robotern H.A.U.S., der ich angehöre.

A.I. – Artificial Intuition (GfK-Magazin)

theconversation.com

In „Ein Detektiv, das Go und die Intuition“ für das GfK-Magazin im Jänner 2017, welches hier online gelesen werden kann, haben wir, dem Schwerpunkt der Ausgabe folgend, nach dem Zusammenhang von A.I. und Nichtwissen gefragt. Den Entwicklungen von Deep Learning, besonders in Bezug zu Go-Computern (Google Deep Mind vor allem), folgend, reformuliert dieser Artikel A.I. als Artificial Intuition. Dabei ist es insbesondere das Nichtwissen, Lesen Sie mehr »

In Allgemein, Technikphilosophie veröffentlicht | Getaggt , , , , , , , , , , , , , , | Kommentieren

Perecs Text-Maschine

Im politisch ereignisreichen Jahr 1968, gab der saarländische Rundfunk ein experimentelles Hörspiel bei einem der vielversprechendsten Autoren Frankreichs, nämlich Georges Perec, in Auftrag. Der saarländische Rundfunk war damals an experimentellen Projekten höchst interessiert und versuchte insbesondere Fragen von technologischer Ästhetik zu bearbeiten (vgl. Klippert in Perec 1972, 81). Im Rahmen dieses Interesses wurden eine Reihe spannender Auftragswerke produziert, insbesonders durch die guten Verbindungen zu experimentellen Literatur Frankreichs, wurden in Deutschland noch unbekannte AutorInnen einem deutschsprachigen Publikum nähergebracht. Georges Perec, der damals noch hauptberuflich als Dokumentarist am Pariser Institut für Neurophysiologie arbeitete, und im Archv bereits mit Computern arbeitete, war von dieser neuen Technologie und ihrer Arbeitsweise höchst fasziniert. Als jüngstes Mitglied der „Werkstatt für potentielle Literatur“ (Oulipo) beschäftigte er sich ausführlich mit sprachlichen Strukturen, formalisierter Lyrik und Sprachexperimenten.

Poesie-Maschine

Die Maschine, simuliert die Arbeitsweise eines Computers, oder zumindest wie die Arbeitsweise in 68 imaginiert wurde, dabei wird jedoch vor allem die Sprache selbst thematisiert. Als Basis des Experiments dient Lesen Sie mehr »

In Allgemein, Politische Kunst veröffentlicht | Getaggt , , , , , , | Kommentieren

Für eine Grammatik der stotternden Stille – Polylog 35

„Wer in einer Masse, die vorwärts drängt, stehenbleibt, leistet so gut Widerstand, als trät‘ er ihr entgegen.“ (Robespierre über Danton; Georg Büchner: Dantons Tod)

Mit diesem Blogpost sei auf den im Polylog 35 erschienen Artikel: „Für eine ‚Grammatik der stotternden Stille‘. Interkulturelle politische Kunst zwischen Immobilität und Bewegungen“ hingewiesen (hier gratis downloadbar). Der Artikel ist die deutsche und erweiterte Version eines Vortrags, den ich in Ghent im Rahmen der DARE-Konferenz (Deleuze and Artistic Research) 2015 gehalten habe. In diesem Artikel entwickle und beschreibe ich drei verschiedene ‚Figuren‘, wie sie in aktuellen Sozialen Bewegungen zu finden sind, alle drei agieren dabei im Zwischenbereich von Kunst und Widerstand. Wenn, wie Gilles Deleuze schreibt, zwischen politischem Widerstand und dem kreativen, künstlerischen Akt eine „grundlegende Affinität“ besteht, so sollen die drei in diesem Artikel versammelten Figuren diese Affinität veranschaulichen und vielleicht Aufschluss über das geben, was ich gegen Ende des Artikels als „Grammatik der stotternden Stille“ Lesen Sie mehr »

In Allgemein, Politische Kunst, Politische Theorie, Publikationen, Soziale Bewegungen veröffentlicht | Getaggt , , , , , , | Kommentieren

Refusing movement/s – Paper at DARE-Conference

Anybody who stands still in a forward-moving crowd is just as big a hindrance as if he moved against the crowd. (Robespierre in Büchner’s Danton’s Death)

The paper „Refusing movement/s. Reflections on the ‚intra-actions‘ of current social movements and art“ was presented at the DARE (Deleuze and Artistic Research) Conference 2015 in Ghent. Here in this blogpost you can find the abstract of the talk as well as the Video of the full presentation.
A longer German version of this paper was published in Polylog, for more information see this Post.

Abstract

On 17 June 2013, the very day the Turkish government prohibited demonstrations in Istanbul in reaction to the occupation of Gezi Park, Erdem Gündez, a Turkish artist and activist, became, what is now known as one of the most prominent “figures” of the Gezi Park movement, namely the “standing man.” Simply standing in the middle of Taksim square, facing the Atatürk Cultural Centre, not moving, not shouting, not doing anything but standing there for hours. At first his presence went unnoticed, but after some time more and more people not only were interested but also joined Gündez until the police banished them from the square and arrested a number of people. The “standing man” was a performance as well as a political act, Lesen Sie mehr »

In Allgemein, Politische Kunst, Vorträge veröffentlicht | Getaggt , , , , , , , , , | 1 Antwort

„Die Mitte ist reißend, die Mitte ist dividuell“

Rezension zu Gerald Raunigs „Dividuum“

Rezension: Gerald Raunig (2015): Dividuum. Maschinischer Kapitalismus und molekulare Revolution (Band 1). Wien: transversal texts.

Dieses Buch kann nicht nur in gedruckter Form erworben werden sondern als Ebook und PDF auf der Homepage des Verlages gratis heruntergeladen werden.

Die Individuen sind ‘dividuell’ geworden, und die Massen Stichproben, Daten, Märkte oder ‘Banken’. (Deleuze — Kontrollgesellschaftsaufsatz, 258)

So schreibt Gilles Deleuze in seinem kurzen und viel zitierten Text Postskriptum über die Kontrollgesellschaften von 1990. Das „dividuell“ werden der Individuen soll dabei darauf hinweisen, dass in der Logik der Kontrollgesellschaften Statistiken, Datenbanken, Wahrscheinlichkeiten schlicht all das was wir heute leichtfüßig unter „Big Data“ verstehen vorherrschend sind. Zu jeder Krankheit kann ein Heilungsrisiko ausgerechnet werden, jeder Mensch kann auf seine Kreditfähigkeit berechnet werden, die Produktion von Gütern orientiert sich nicht nur nach simpler Überproduktion von allem sondern auch nach vermeintlich einteilbaren Zielgruppen, für jedes Verhalten und jede Krankheit glaubt man genetische Faktoren finden zu können, jedes Buch das ich bestelle soll etwas darüber aussagen was mich sonst noch interessieren könnte und natürlich kann man all diese Faktoren dann auch noch querrechnen und wenn man lang genug sucht werden sich Korrelationen finden lassen, so der fixe Glauben in Big Data. Der Kontrollgesellschaftsaufsatz weißt auf all das hin und nahm damals schon vieles vorweg was heute völlig alltäglich erscheint. Oft genug wird dabei von Dividuen gesprochen und fast immer wird der obige Satz zitiert, selten jedoch wird dem Begriff des Dividuums tatsächlich ernsthaft nachgegangen. Gerald Raunig hat diese Lücke in seinem neuesten Buch Dividuum. Maschinischer Kapitalismus und molekulare Revolution (Band 1) in umfassender Art und Weise gefüllt und ein vielseitiges spannendes Buch geschrieben, dass nicht bloß den Begriff verortet sondern ihn gleichzeitig in eine ganze politische Philosophie kontextualisiert.

Was heißt „Dividuum“

„Aller Anfang ist dividuell“

So beginnt Gerald Raunig sein Buch das stets zwischen poetisch-theoretischen Teilen und akribisch genauen Analysen wechselt, wobei die Grenzen zwischen diesen Teilen gewollt verschwimmen. Raunig stellt in diesem Buch also ein Wort – Dividuum – ins Zentrum über das man wenig weiß und das doch, wie Raunig zeigt, in vielen Gebieten und bei zahllosen PhilosophInnen eine wichtige Rolle spielt. So bearbeitet Raunig an Hand des Wortes nicht nur etymologische Fragen sondern auch ökologische, anthropologische, technikphilosophische, feministische und natürlich vor allem politische Fragen.

Der Fokus des ersten Teils liegt dabei klar auf einer etymologischen Untersuchung (vgl. 29ff). Wann und in welchem Kontext taucht das Wort auf, welche Bedeutungen hat es und warum wurde seine verneinte Form so viel bekannter und wichtiger? Dividuus bedeutet sowohl geteilt als auch teilbar und das uns nur allzu geläufige Individuum ist dann eben das Unteilbare. Raunig verfolgt dabei die Wortgeschichte von antiken Dramen über scholastische Überlegungen bis hin zu moderner Philosophie, eine sehr spannende Analyse, die hier in keinster Weise nachgezeichnet werden kann. Worauf ‚Raunig jedoch gleich zu Beginn hinweist, ist der sehr explizite Kontext in dem Dividuum als Wort erstmals auftritt.

„Seine ersten Auftritte hat dividuum in den Nachbarschaftszonen von Sklaverei und sexueller Gewalt, zugleich aber in einer streifenden Spur der Flüchtigkeit, die diese überkreuzenden Gewaltverhältnisse flieht, die sich erlaubt, sich (in) die Freiheit zu stehlen. Es sind die vielfach abgestuften Mischungsverhältnisse von extremer sexualisierter Unterdrückung, ökonomischer Abhängigkeit und (im besten Fall) Selbstermächtigung in/aus der Sexarbeit, in denen die Wortgeschichte des dividuum beginnt.“ (30)

Es ist genau dieses Wechselverhältnis aus der Beschreibung der Unterdrückung und der in-Frage-Stellung eben dieser, den Raunig in den späteren Teilen ausbaut und verdeutlicht.

Maschinischer Kapitalismus UND molekulare Revolution

Raunig geht es jedoch um mehr als bloß der etymologischen Begriffsgeschichte und den Verwendungskontexten eines bestimmten Wortes nachzugehen. Es geht ihm auch um mehr als nur darzulegen, dass dieses kleine Wort das immer eine Randexistenz geführt hat, wenig verwendet wurde, ein Wort das immer hinter seiner Verneinung als Individuum verschwunden ist, eben doch wichtiger ist als angenommen, doch mehr Verwendung fand als bekannt ist, doch zentraler in der Philosophiegeschichte ist als man vermuten würde. Vielmehr scheint es Raunig um die Vieldeutigkeit dieses Wortes zu gehen, die es ermöglicht es eben nicht nur im Sinne einer einseitigen Lesart des Kontrollgesellschaftsaufsatzes als Grundlage des „maschinischen Kapitalismus“ zu sehen. Denn wie Raunig darlegt, dient der Dividuum-Begriff nicht bloß zur Kritik an modernen Formen der Herrschaft, des Big Data und des modernen Kapitalismus, der das Individuum eben in Datensätze, Wahrscheinlichkeiten, Vorlieben, usw. zerteilt, sondern es ermöglicht auch neue Formen des Widerstandes gegen eben diese Prozesse zu denken. Es handelt sich eben nicht bloß um einen negativen Begriff, auch Deleuze hat z.B. in seinen Kinobüchern mit verschiedenen Aspekten des Dividuellen gearbeitet. Raunig schreibt dazu, dass es um einen Perspektivenwechsel geht:

„Es ist dann eine Sache der Perspektive, ob man den Begriff des Dividuellen einseitig einsetzt als Beschreibung der neuesten kapitalistischen Transformationen oder ob man ihn auch als vielfältige Komponente aktueller sozialer Kämpfe sieht, die – je nach politischer und theoretischer Positionierung – den kapitalistischen Produktionsweisen vorausgehen oder sich mit ihnen im Handgemenge herumschlagen.“ (241)

Im abschließenden Teil des Buches unternimmt Raunig eben genau diesen Versuch, den emanzipativen Möglichkeiten des Dividuum-Begriffes nachzugehen. Was er vorher in zahlreichen Einschüben und Zwischensequenzen angedeutet hat wird auf diesen letzten Seiten verdeutlicht, eine dividuelle Sicht– und Handlungsweise liegt vielen aktuellen sozialen Kämpfen und Bewegungen zu Grunde. Die dividuelle Sicht ermöglicht uns Bruchlinien, partielle Perspektiven schlicht das was Deleuze und Guattari molekulare Revolutionen und damit verbunden Werdens-Prozesse nennen, zu entdecken. Es geht um „radikale Inklusion“ (vgl. 251), also das akzeptieren und vermehren der Heterogenität, es geht um die Absage an klassische Begriffe von „Gemeinschaft“ (vgl. 241ff) sowie an den starren Glauben an die Notwendigkeit eines „handelnden Subjekts“.

„Dass das Subjekt fehlt, muss aber nicht als Mangel interpretiert werden. Es kann ganz im Gegenteil auch eine neue Qualität der Revolution, von nunmehr molekularer Revolution und von deren Primat der Mannigfaltigkeit anzeigen. Wenn das Subjekt fehlt, steht es nicht einfach aus, als Lücke, die (noch) klafft, um geschlossen zu werden. Für die Komposition einer molekularen Revolution braucht es keine Vereinheitlichung, und auch keine Repräsentation des einheitlichen (Klassen-)Subjekts durch Führer, Partei und Avantgarde.“ (243)

Inwiefern aktuelle soziale Bewegungen dividuell agieren exemplifiziert Raunig an zahlreichen Beispielen und liefert damit spannende ‚Analysen, Kritiken und Interpretationen. Auf seine Analysen zu sozialen Bewegungen wie 15M und Occupy habe ich an anderer Stelle schon mal verwiesen, hier möchte ich besonders seine deleuzianische Lesart der ökologischen buen-vivir–Bewegung hervorheben, die herkömmliche Lesarten um neue interessante Perspektiven erweitert. (vgl. 223ff). Andere spannende dividuelle Lesarten schlägt Raunig für Social Media, insbesondere Facebook (vgl. 149ff), die Subprime Krise (vgl. 177ff) sowie überhaupt für den Schuldenbegriff (vgl. 191ff) vor.

Konklusion

Spannend ist Raunigs Buch also nicht nur auf Grund seiner akribischen etymologischen Untersuchung und der Nachzeichnung der Verwendungsgeschichte des Dividuum-Begriffes, sondern eben noch viel mehr, weil er versucht –ganz deleuzianisch – nicht nur die kapitalistischen und problematischen Seiten des Dividuellen zu besprechen sondern auch sein emanzipatorisches Potential zu entwickeln. Dabei zeigt sich wie gut dieser Begriff mit bekannteren deleuzianischen Begriffen verbunden werden kann.

Die Kritik an Raunigs Buch kann dabei nur eine vorläufige sein, denn was zu wenig dargestellt wurde, was in Anmerkungen und abstrakten Sätzen verbleibt ist die Ausarbeitung einer emanzipativen Theorie des Dividuellen. Doch wie Raunig schreibt ist jeder Anfang dividuell und das Dividuelle immer eine mannigfaltige Mitte, daher ist eine Fortsetzung der Ausarbeitung einer dividuellen Theorie, die per definitionem unabgeschlossen und nur partiell ausgearbeitet bleiben muss um offen für das Neue zu bleiben, nicht nur auf Grund des Hinweises dass es sich hier um den ersten Band handelt offensichtlich.

„Gestische Techniken des Social Forum, alte anarchistische Aktionsweisen, basisdemokratische
Versammlungsformen, das human microphone, ausschwärmende Formen der Demonstration, Techniken der Horizontalität, autonome Praxen des Besetzens von Häusern, Wohnungen, Plätzen und Medien, all dies steht in keinem linearen Verhältnis, das einen Ursprung hier oder da vermuten lässt.
[…]
Mehrere-Werden spielt sich immer in den Dimensionen der Mannigfaltigkeit ab. Die Mehrheit spielt in diesen Dimensionen keine Rolle. Vermehrung und Verbreitung nicht als Addition von einem Individuum zum anderen, sondern vor allem im Modus des Dividuell-Maschinischen.“ (247/8 u. 249/50)

In Allgemein, Politische Theorie, Rezensionen veröffentlicht | Getaggt , , , , , , , | Kommentieren

Lektürewerkstatt: Anarchistische Philosophie I

Plakat AnarchPhil_2.2-page-titel

Am Samstag den 30.Mai trifft sich zum ersten Mal die »Arbeitsgruppe für Anarchistische Philosophie« zu einer gemeinsamen Textlektüre. Das Ganze wird im NIG in Wien stattfinden und soll dabei mehr als eine bloße Textbesprechung sein, diskutiert werden soll auch über Sinn, Form und Nutzen von Beschäftigung mit anarchistischer Philosophie, über die Interessen und welche Texte und Theorien in Zukunft Gegenstand der Lektürewerkstatt sein könnten, sowie über die Möglichkeiten der praktischen Umsetzbarkeit des Gelesenen. Lesen Sie mehr »

In Politische Theorie veröffentlicht | Getaggt , , , , | 1 Antwort

Die Folgen von unibrennt sind auch Erfolge

Dieser Post ist der letzte Teil der Serie unibrennt wird 5 — Ein Rückblick in 4 Teilen

Dass unibrennt keinesfalls einfach als gescheitert zu beurteilen ist, habe ich in einem vorangegangenen Blogpost bereits4203550910_318521d853_z ausgeführt, doch was hatte unibrennt für Folgen? Auf die negativen Effekte, seien es zusätzliche Kosten oder sonstige vorgebrachte Vorwürfe an unibrennt wird allerorts gerne eingegangen. Genauso werden die zahllosen Verschlechterungen auf den Hochschulen als Indiz eines Scheiterns von unibrennt wahrgenommen und Verschlechterungen gab es tatsächlich zu genüge: von der nahezu restlosen Durchsetzung des Bologna-Systems und den damit einhergehenden sozialen Aussiebungen, der Verschulung der Uni, dem Einschränken der freien Wahlfächer bis hin zu Kürzung der Familienbeihilfen, Zerstörung der außeruniversitären Forschungseinrichtungen durch Streichung aller Mittel mit dem gleichzeitigen Aushungern der Universitäten, der immer intensiver werdenden Prekarisierung junger WissenschaftlerInnen und Lehrenden und vieles mehr.

Ich möchte mich in diesem letzten Blogpost meiner kleinen unibrennt Serie jedoch mit den positiven Folgen, also den Erfolgen von unibrennt beschäftigen, von denen es mehr gab als allgemein angenommen wird, Lesen Sie mehr »

In Soziale Bewegungen veröffentlicht | Getaggt , , , , , , , , , | 1 Antwort

#unibrennt oder wie Twitter nach Österreich kam und die Ideologie der Horizontalität

Dieser Post ist Teil der Serie unibrennt wird 5 — Ein Rückblick in 4 Teilen

In der Bewegungsforschung spricht man im Allgemeinen von einem neuen Bewegungszyklus (Brunnengräber), der nach den ehemals neuen sozialen Bewegungen der 70er und 80er155312763-61cc248ff8cb7c0a1ec7d309914c1d5c-4c7f7ca8-scaled Jahre und der Alter-Globalisierungsbewegung der 00er Jahre mit 2009 beginnt. Dabei stellt 2009 nicht nur wegen unibrennt und der gesamteuropäischen Studierendenbewegung den Beginn dar, sondern vor allem auch wegen der so genannten Grünen Revolution im Sommer 2009 im Iran. Teil dieses neuen Zykluses sind dabei selbstverständlich die Bewegungen der ARebellion, die Indignados, Occupy, Diren-gezi, die Boycott-Fifa-Bewegung in Brasilien und viele andere.

Das was alle diese Bewegungen zum Teil eines neuen Zykluses macht, sind ihre ähnlichen Methoden und Strategien: Die Besetzung eines zentralen öffentlichen Ortes, die Forderung nach Demokratisierung, die Verweigerung von Repräsentation, die Anerkennung der eigenen Heterogenität und die intensive Verwendung neuer Kommunikationstechnologien, um nur einige der Merkmale zu nennen.
Es ist die Zugehörigkeit zu diesem Bewegungszyklus, zu dieser neuen Architektur des Protests, Lesen Sie mehr »

In Soziale Bewegungen veröffentlicht | Getaggt , , , , , , , | 4 Antworten

und wir scheitern immer besser …

unibrennt eine basisdemokratische Bewegung von Vielen

Dieser Post ist Teil der Serie unibrennt wird 5 — Ein Rückblick in 4 Teilen

unibrennt ist klar gescheitert…4103617353_3b8aa46093_z so hört und liest man es oft, und jede/r hat dafür seine eigenen Analysen. Gleiches wurde auch schon über 1968, sowie über die Alter-Globalisierungsbewegung gesagt und Gleiches wird auch heute wieder allzu gerne über andere aktuelle Soziale Bewegungen gesagt. Occupy, Indignados, Gezi-Park, Arabische Rebellion und viele mehr dürfen zwar für tage- und oft auch wochenlange Schlagzeilen herhalten aber am Schluss war dann eigentlich immer schon klar dass sie scheitern werden, ja eigentlich immer schon zum Scheitern verurteilt sind. Der Fetisch des für gescheitert Erklärens von Sozialen Bewegungen, von Versuchen andere Formen des Lebens, Arbeitens, Produzierens, Konsumierens und andere Formen der Demokratie auszuprobieren ist dabei meistens nur die erleichterte Reaktion der Politik wie der Medien, dass doch alles beim Alten bleiben kann, dass man doch nicht das Herrschende hinterfragen muss, dass es eben doch keine Alternative gibt. Doch was schon für 1968 nicht gestimmt hat, wird auch heute nicht richtiger. Lesen Sie mehr »

In Soziale Bewegungen veröffentlicht | Getaggt , , , , , , | 4 Antworten