Badiou: Die Pandemie als ‘Nicht-Ereignis’

Dieser Beitrag ist Teil der Coronavirus und die Philosophie Serie. Einen Überblick über die weiteren Teile dieser Blogbeitragsserie gibt es hier.

Dass die schnell verfassten Kommentare bekannter Philosoph*innen (vor allem Philosophen) zu aktuellen Ereignissen nicht immer gelungen sein müssen, beziehungsweise sogar befremdlich sein können, besonders in Hinblick auf die sonstige Qualität ihrer theoretischen Arbeiten, wurde im Rahmen dieser Reihe schon öfters diskutiert. Die weltweite Pandemie scheint als Nebeneffekt auch ein Magnet der Entblößung oder gar Blamage für angesehene Philosoph*innen zu sein, nicht zuletzt weil naturwissenschaftliche, mathematische und medizinische Einschätzungen gerade eher gewappnet scheinen, die direkten Daten und Entwicklungen beurteilen zu können. Dass philosophische Beiträge jedoch wichtig wären, und viele Begriffe und Konzepte auch in der Einschätzung sowie dem Diskurs darüber helfen können, wurde ebenfalls versucht zu zeigen.

Nach Agamben, Nancy, Butler und Zizek hat sich am 23. März nun auch einer der wichtigsten und einflussreichsten noch lebenden französischen Philosophen zum Coronavirus zu Wort gemeldet, nämlich Alain Badiou. Gerade wenn es um Kommentare zu aktuellen politischen Kämpfen und Bewegungen geht, ist Badiou, nicht zuletzt weil nahezu alle seine Schriften immer um die Frage der Politik kreisen, oft gefragt. Zu einigen der wichtigsten Begriffe seines Werkes habe ich vor einiger Zeit einmal einen Beitrag verfasst, der hier abzurufen ist. Nun also hat sich Badiou auch zum Coronavirus und den mittlerweile weltweiten Maßnahmen dagegen geäußert und sein auf der Verso-Verlagsseite veröffentlichter Text (übersetzt von Alberto Toscano) trägt den schlichten Titel: On the Epidemic Situation. So unaufgeregt der Titel ist, so unaufgeregt beziehungsweise wohl eher abgeklärt und nahezu gelangweilt zeigt sich auch Badiou selbst. Wenn man seinen Kommentar pointiert und etwas überspitzt zusammenfassen möchte, so müsste man wohl schreiben: Die Coronavirus-Pandemie ist weder eine Überraschung, noch etwas Besonderes und wird daher auch keinerlei Einschnitt oder Veränderung, schon gar keine politische in irgendeine Richtung, mit sich bringen.

Bitte weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen

Badiou hat sich in seinem philosophischen Werk außerordentlich viel mit der Frage: „Wie kommt das Neue in die Welt“ beschäftigt. Was also sind die „Ereignisse“, die Subjekte veranlassen sich und ihr Leben und damit die Gesellschaft zu verändern, neue Denkstrukturen anzunehmen, neue Verteilungen der Gesellschaft, eine neue „Zählung“ zu fordern. Für Badiou können diese Ereignisse in vier verschiedenen Bereichen auftauchen, der Politik, der Kunst, der Liebe und der Wissenschaft. Dabei ist es für Badiou wichtig, dass Subjekte in der Treue zu dem Ereignis eine Militanz entwickeln, womit er meint, ein mögliches Ereignis eben auch als solch einen Wendepunkt, einen Einbruch des Neuen zu verstehen und dafür zu kämpfen dies Neue auch durchzusetzen. Soweit und so verkürzt Badious Theorie. Die derzeitige Pandemie, so macht Badiou gleich im ersten Satz des Textes deutlich, stellt, zumindest in seiner Sicht, kein solch ein Ereignis dar:

From the start, I thought that the current situation, characterised by a viral pandemic, was not particularly exceptional.

Nichts Neues, nichts Besonderes, eigentlich also nichts worüber es überhaupt etwas zu Sagen oder Denken gäbe. Dennoch folgt ein ganzer Text dazu. Das Coronavirus und seine Auswirkungen sind für Badiou deswegen nichts Neues, weil es Epidemien und Pandemien andauernd gibt, und diesen selten so viel Aufmerksamkeit zukommt. Es ist Badiou schon zuzustimmen, dass anderen Epidemien und Pandemien weniger bis gar keine Aufmerksamkeit zukam (über die Aids-Epidemie und den Kampf darum habe ich woanders schon geschrieben, auch über den eurozentrischen Blick auf diese Coronavirus-Pandemie als relevante im Gegensatz zu Ebola oder anderen Pandemien, mehr dazu hier). Dennoch bleibt die Frage, ob deswegen auch diese aktuelle Pandemie nicht weiter relevant sein wird, offen und vorerst unbeantwortbar. Für Badiou, und dies ist eine zu ihm passende abgeklärte Geste, die – wie er es gerne macht – jede andere Sicht abwertet, für ihn also ist das Coronavirus jedenfalls uninteressant, weil es eben nicht notwendig mache neu oder anders zu denken. Umso befremdlicher sind für ihn daher die vielen Stellungnahmen seiner geschätzten Kolleg*innen:

It is true that these duties are increasingly urgent but, at least on initial examination, they do not require any great analytical efforts or the constitution of a new way of thinking. But I am reading and hearing too many things, including in my immediate circles, that disconcert me both by the confusion they manifest and by their utter inadequacy to the – ultimately simple – situation in which we find ourselves.

Es findet also – laut Badiou – eine unnötige Komplizierung der Situation statt. Diese unnötigen Komplizierungen, beziehungsweise sogar Verwirrungen rund um die Pandemie beschwören die unterschiedlichsten großen Motive und Ideen, etwas für das Badiou, wie er in aller Deutlichkeit klar macht, kein Verständnis aufbringen kann, stellt sich doch für ihn alles ganz simpel dar. Das Coronavirus hat nichts Mystisches, nichts Politisches, es stellt keine Rache der Natur dar und es braucht keinen apokalyptischen Pessimismus, all diese Zugänge übertreiben in seiner Sicht maßlos. In Badious Worten:

Some are unnecessarily servile in the face of the powers that be, who are in fact simply doing what they are compelled to by the nature of the phenomenon. Others invoke the Planet and its mystique, which doesn’t do any good. Some blame everything on the unfortunate Macron, who is simply doing, and no worse than another, his job as head of state in times of war or epidemic. Others make a hue and cry about the founding event of an unprecedented revolution, whose relation to the extermination of a virus remains opaque – something for which our ‘revolutionaries’ are not proposing any new means whatsoever. Some sink into apocalyptic pessimism. Others are frustrated that ‘me first’, the golden rule of contemporary ideology, is in this case devoid of interest, provides no succour, and can even appear as the accomplice of an indefinite prolongation of the evil.

Badious Nacherzählung der Verbreitung des Coronavirus ist dagegen, wie seine gesamte Philosophie, vor allem von einem eurozentrischen Blick, beziehungsweise noch mehr einer frankozentrischen Perspektive geprägt. In dieser Nacherzählung finden sich leider auch kulturell-rassistische Tropen, so schreibt er z.B.: „Chinese markets are known for their dangerous dirtiness“, um ein paar Zeilen später andere für einen rassistischen Blick auf China zu verurteilen. Vom lokalen Ereignis und der nationalen Ausbreitung in China hin zur globalen, liest sich seine Erzählung jedenfalls wie eine logisch lineare und damit zielgerichtete, denn so könnte man hier den Eindruck bekommen, selbst das Virus hatte es eilig nach Frankreich zu kommen, und mit dem Erreichen von Frankreich, wurde es dann auch tatsächlich zu einer globalen Pandemie (so die eurozentrische Erzählung, Kritik an solchen Perspektiven hier)

Die Frage der Klasse und des Staates

Die unterschiedlichen Reaktionen, die Badiou also in seinem Text kritisiert, übertreiben nach seiner Sicht jedoch nicht nur in der Beschwörung des Phänomens und dessen Relevanz, sondern übertreiben auch in ihrer politischen Kritik. Damit kommen wir auch zum wahrscheinlich befremdlichsten Aspekt in Badious Text, denn nicht nur leugnet er die politische Signifikanz der Pandemie und vor allem der Maßnahmen gegen eben jene, sondern stellt sich mehrmals auf die Seite von Macron und kritisiert stattdessen genau jene, die Kritik an der Regierung üben. Wer Badious Texte kennt, mag davon zumindest ein wenig überrascht sein. So kritisiert er z.B. die Gewerkschaften und auch die „gilets jaunes“-Proteste, denn niemand, so Badiou, konnte die aktuelle Situation vorhersehen, daher ist der Protest gegen ein zu spätes Handeln sinnlos, kein sehr überzeugendes Argument nebenbei. Auch schreibt Badiou dann noch von den „noisy demonstrations“ der Gewerkschaft, zu einer Zeit wo das Virus schon bekannt und in Verbreitung war, und gibt den Gewerkschaften damit nahezu schuld, die Verbreitung des Virus vorangetrieben zu haben. Eine mehr als befremdliche und eigenartige Kritik, besonders in Hinblick darauf, dass in den letzen Jahren und Monaten gerade die medizinischen und sozialen Berufe auf die Straße gingen um gegen das zu Tode sparen des Gesundheitssystems, das sich gerade jetzt schmerzlich zeigt und rächt, zu protestieren. Macron ließ damals noch die Ärzt*innen und Pfleger*innen von der Straße ‚räumen‘ und von der Polizei verprügeln, jener Macron, der selbst mehrere tausend Betten in seiner Amtszeit ‚eingespart‘ hat, jener Macron also, den Badiou nun beschlossen hat so eifrig zu verteidigen:

On the contrary, as the epidemic was already on its way from China, they multiplied, until very recently, uncontrolled assemblies and noisy demonstrations, which should disqualify them today, whoever they may be, from loudly condemning the delays taken by the powers that be in taking the full measure of what was happening. Truth be told, no political force in France really took this measure before the Macronian state.

Die Reaktion auf das Virus, und hier zitiert Badiou abermals Macron, muss also ein “Krieg gegen das Virus” sein, und wie immer in Kriegszuständen wächst dabei der Staat zu einem größeren Subjekt als sonst. Der Staat wird dabei, so Badiou, sogar mehr als bloß ein Instrument der herrschenden Klassen, sondern in solchen Krisensituation muss der Staat sogar klassenübergreifend reagieren, mehr autoritär als sonst, aber dafür auch breiter also mehr Leuten helfend:

It follows that Macron’s metaphor, ‘we are at war’, is correct: in war or epidemic, the state is compelled, sometimes trespassing the normal run of its class nature, to undertake practices that are both more authoritarian and more generally targeted, in order to avoid a strategic catastrophe.

Ob die Milliarden an Hilfszahlungen und Ausschüttungen tatsächlich über die Klassengegensätze hinweg verteilt werden, wird sich wohl erst zeigen, Skepsis ist hier aber wohl angebracht. Was jedoch jetzt schon sichtbar ist, worauf Badiou jedoch gar nicht eingeht, ist dass sich Ungleichheiten durch das Virus und vor allem durch die Maßnahmen dagegen massiv verstärken. Von der Frage wer anfälliger für den Virus ist, weil er/sie z.B. in einer Gegend mit mehr Luftverschmutzung wohnen muss, zu der Frage wer trotz Virus dennoch arbeiten gehen muss, von der Frage wer wie schnell getestet wird zu der Frage wer im Krankenhaus behandelt wird (vor allem im Falle einer Triage), all diese Fragen reproduzieren Klassenunterschiede aber auch rassistische und sexistische Herrschaftsverhältnisse. Für Badiou jedoch bleibt alles wie es ist, laut ihm wird es also weder besser noch schlimmer, das Virus ist, so stellt er klar, politisch uninteressant und es braucht daher auch keine Kritik in der momentanen Situation:

The lesson to be drawn from this is clear: the ongoing epidemic will not have, qua epidemic, any noteworthy political consequences in a country like France. Even supposing that our bourgeoisie – in light of the inchoate grumbling and flimsy if widespread slogans – believes that the moment has come to get rid of Macron, that will in no way represent any change worthy of note. The ‘politically correct’ candidates are already waiting in the wings, as are the advocates of the most mildewed form of a ‘nationalism’ as obsolete as it is repugnant.

Zuhause bleiben und über die große Revolution nachdenken

Dass jedoch genau jetzt in dieser Situation so viele politische Erzählungen, vor allem jene der neoliberalen Marktanbetung in Erklärungsnot geraten, und dadurch auch Raum für Kämpfe und neue Forderungen entsteht, will Badiou nicht wahrnehmen. Dass Forderungen nach Erhöhung des Arbeitslosengeldes, nach höheren Mindestlöhnen und nach einer besseren Bezahlung im Sozialbereich gerade täglich diskutiert werden, ja dass in den USA sogar gerade größere Streikbewegungen beginnen, all dies ist für Badiou unverständlich, und auch der falsche Zeitpunkt. Denn jetzt, so Badiou, ist nicht die Zeit zu kämpfen oder zu kritisieren, sondern zuhause zu bleiben und nachzudenken. Hier spricht natürlich jemand, der in einer größeren Pariser Altstadtwohnung sitzend, genug Platz und Ressourcen hat um einige Monate zu sitzen und darüber zu schreiben, dass sich nichts ändert und man daher über die wirkliche Revolution nachzudenken habe. Dass aber tausende Leute täglich im Einsatz sind, dass sich für viele, die ihren Job verloren haben oder Einkommenseinbußen haben sehr wohl alles ändert, dass sich für jene, die dem Virus ausgesetzt sind ebenfalls einiges verändert und dass gerade in so einer Zeit auch politischer Kampf stattfindet, das entgeht Badiou, oder will ihm entgehen. Er stellt vielmehr fest, dass außer in Russland und China, niemals eine globale Krisensituation, sei es Pandemie, Weltkrieg oder Finanzkrise, zu einer kommunistischen Revolution geführt hätte, daher braucht es wohl auch jetzt gar nicht probiert zu werden.

This kind of situation (world war or world epidemic) is especially ‘neutral’ at the political level. The wars of the past have only triggered revolutions in two cases, which may be termed outliers with regard to the imperial powers of the time: Russia and China. […] By contrast, in no Western power did the war trigger a victorious revolution. Even in the country that had been defeated in 1918, Germany, the Spartacist insurrection was quickly crushed. The lesson to be drawn from this is clear: the ongoing epidemic will not have, qua epidemic, any noteworthy political consequences in a country like France.

Wer wirkliche Veränderung will, der bleibt zuhause und denkt – da kommt der abgeklärte Philosoph zum Vorschein, der – zumindest in seiner Eigenwahrnehmung – schon seit zig Jahren den richtigen Weg zur Revolution in seinen Schriften erklärt hätte. Badiou:

As for those of us who desire a real change in the political conditions of this country, we must take advantage of this epidemic interlude, and even of the – entirely necessary – isolation, to work on new figures of politics, on the project of new political sites, and on the trans-national progress of a third stage of communism after the brilliant one of its invention and the – interesting but ultimately defeated – stage of its statist experimentation.

Was man bei diesem Nachdenken jedoch nicht tun sollte, ist Social Media zu verwenden. Denn während momentan in einer Zeit der „Isolation“, in der eine Organisierung und ein Austausch auf der Straße oder den sonstigen sozialen Räumen nicht möglich ist, gerade deswegen viele Social Media benützen um sich auszutauschen, aufzubauen, zu informieren, zu organisieren und auch zu helfen, sieht Badiou in diesen „neuen Medien“ einmal mehr nur Verdummung und Sinnlosigkeit.

In passing, one will need to show publicly and dauntlessly that so-called ‘social media’ have once again demonstrated that they are above all – besides their role in fattening the pockets of billionaires – a place for the propagation of the mental paralysis of braggarts, uncontrolled rumours, the discovery of antediluvian ‘novelties’, or even fascistic obscurantism.

Vielleicht würde hier eine aktive Beschäftigung mit Social Media helfen und nicht bloß eine vom Feuilleton informierte Ablehnung von außen, aber auch dafür bleibt wohl momentan keine Zeit. Denn man muss ja über die Revolution nachdenken, und zwar alleine mit seinen Büchern.

Nachtrag (1.4.2020): Der Originaltext von Badiou ist hier online lesbar und scheint eine aktuellere Version des Textes zu sein, als die übersetze Version. Im überarbeiteten Originaltext wurden einige Passagen verändert und sind damit zumindest teilweise weniger problematisch. Mehr zu den Unterschieden und der Kritik, die dennoch weiter bleibt, findet sich in den Kommentaren.

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Omar
Omar
6 Monate zuvor

The original version of Alain Badiou’s French text is published by Quartier Génèral: https://qg.media/2020/03/26/sur-la-situation-epidemique-par-alain-badiou/
Alberto’s Toscano’s translation, published on Verso is not a translation of the (revised) original. Article of Christoph is clearly not charitable to Badiou at all, but when you read the (real) original text it is clear that many of Christopher’s criticism is unjust and that is even the case in a more charitable reading of Toscano’s translation of the earlier version (draft) of Badiou’s text.

I don’t know how well you know Badiou but in his life thinking, writing, discussing and action go hand in hand. He is still very active and still works together with immigrants (the nomadic proletariat as he calls it), labourers, students, intellectuals, … He did and achieve probably more than we did together. As you may know his main question is: how to think and do something new in the current situation? Do you think your Badiou-bashing will create something new in the current situation?

In the original he writes of the opportunity we — those who desire a real change of the whole political spectrum — now have, to think, write and correspond with each other about new political figures, the creation of new political places and the third fase of communism. He also states, as you write Christoph, that an epidemic on itself does not create anything politically new whatsoever, but that political force still can be found in a lot of ereas, to quote:

Il faudra aussi en passer par une critique serrée de toute idée selon laquelle des phénomènes comme une épidémie ouvrent par eux-mêmes à quoi que ce soit de politiquement novateur. En sus de la transmission générale des données scientifiques sur l’épidémie, seules ne garderont une force politique que des affirmations et convictions nouvelles concernant les hôpitaux et la santé publique, les écoles et l’éducation égalitaire, l’accueil des vieillards, et autres questions du même genre. Ce sont les seules qu’on pourra éventuellement articuler à un bilan des faiblesses dangereuses de l’Etat bourgeois mises en lumières par la situation actuelle’ (Alain Badiou, ‘Sur la situation épidémique’).

What badiou means is that political force still can be generated regarding: schools, egalitarian education, public health, hospitals, care for the elderly, …

Hope you are able to read the orignal text Christoph and that Alberto Toscano’s translation will be revised, so that you can reconsider your misplaced criticism.

Thanks for the effort & all the best! Omar (aus die Niederlände)